Militärdiktatur im Iran?

Wie die internationale Weltpresse in den letzten 24 Stunden verlauten lies, gehen die Amerikaner, am gestrigen Tag personifiziert durch Außenministerin Hillary Clinton, davon aus, dass der Iran auf eine Militärdiktatur zusteuert. ( Bericht Handelsblatt, 16.02.2010 )

Im Grunde scheint es mehr als erfreulich, dass die internationale Politik sich im Bezug auf den Iran einmal nicht nur ausschließlich zur Atompolitik äußert, sondern zumindest ansatzweise zur Situation im Land selbst. 

Dass man die Revolutionsgarde des Iran (Pasdaran) jedoch keinesfalls mit einem gründlich ausgebildeten nationalen Militär, das zum (verteidigenden) Allgemeinwohl einer Nation installiert ist ( im Iran: Artesh ), vergleichen kann, sollte allerdings nicht allzu schwierig zu verstehen sein. Diese „hauseigene“ Terror-Organisation wurde direkt nach der islamischen Revolution im Jahre 1979 gegründet und diente seitdem zum Schutz des obersten Führers, seiner Vetreter und zum Erhalt der „Ideale“ der Revolution selbst.  Deshalb ist die Mutmaßung, diese Garden wären dabei, das Parlament und den Diktator zu übergehen und die Macht an sich zu reißen, schlichtweg unnötig und falsch, denn sie haben als festinstallierter Bestandteil des faschistisch islamistischen Systems bereits mehr Macht und Verantwortung als Ihnen besonders jetzt ( in Zeiten massivster Proteste ) recht sein kann, einmal ganz davon angesehen, dass über die Hälfte des aktuellen Kabinetts um Achmadinedschad mit ehemaligen Kommandeuren der Revolutionsgarde besetzt ist.

Ich würde es eher begrüßen, wenn hochrangige nationale und internationale Politiker klar, deutlich und in aller Öffentlichkeit die Menschenrechtsverletzungen im Iran anprangern würden, anstatt ( nicht nur für angrenzende Staaten im nahen und mittleren Osten ) ständig den Teufel an die Wand zu malen. Die Atompolitik des Iran interessiert nicht die Bohne, denn die Mullahs mit wohlgenährtem Bauch und großem (Öl-)Vermögen würden es sich, selbst wenn es zum Besitz einer Atombombe käme, zweimal überlegen, den Westen ( oder dessen Verbündete ) anzugreifen und in einem folgenden Krieg, der zwangläufig mit der Invasion der Westmächte enden würde, alles zu verlieren.

Wo bleibt nach all den Monaten die verurteilende Stellungnahme führender Staatsvertreter zu den bestätigten Verbrechen des iranischen Regimes? Wo bleibt die Parteiergreifung für das tapfere, gequälte iranische Volk und die signalisierte Bereitschaft, zumindest taktisch und logistisch zu helfen?

Es scheint, als haben weder die USA noch die Europäer ein wirkliches Interesse an einem Umsturz des Regimes, sonst würde man sich sicherlich deutlich positionieren. Im Falle der Vereinigten Staaten geht Hillary Clinton lieber bei den Arabern „Klinken Putzen“ und versucht, die allseits präsent wirkende Gefahr, die vom Iran ausgehen soll, hochzuhalten, um gerade die umliegenden Länder zu animieren, für weitere, militärische Vorkehrungsmaßnahmen (Made in USA) doch noch etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Fazit: Im Westen nichts neues…

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4 Gedanken zu „Militärdiktatur im Iran?

  1. Würde der Iran Atommacht werden, hätte das sehr wohl gravierende Auswirkungen auf die ganze Welt, insbesondere auf Israel! Ein Regime, das mit dem Rücken zur Wand steht, würde möglicherweise von der Bombe unverzüglich gebrauch machen. Gegen wen, hat Ahmadinejad wirklich eindeutig klargestellt. Selbstverständlich ist es falsch, dass nur über die Atomfrage geredet wird und nicht über die Menschenrechtssituation, aber trotzdem muss die derzeitige Regierung im Iran mit allen Mitteln davon abgehalten werden, Atombomben zu bekommen! Sonst droht ein zweiter Holocaust…

    • Hallo kaho55!

      Zunächst einmal möchte ich Ihnen für Ihren Besuch auf meinem Blog und für Ihr Interesse am Iran danken.

      Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber Kommentare und Postings wie Ihrer sind einer der Hauptgründe, warum ich diesen Blog überhaupt betreibe.

      Was glauben Sie, lieber kaho55, würde passieren, wenn das iranische Regime, selbst, wenn es eines Tages dazu in der Lage wäre, auch nur eine halbe Atombombe Richtung Jerusalem schicken würde…? Wie würde nicht nur Israel, das selbst über geschätzte 200 Atomsprengköpfe und im Gegensatz zum Iran über modernste Waffensysteme (Made in USA) verfügt, sondern vor allem seine Verbündeten reagieren? Der Iran und sein pöbelndes Regime würden der Angriffsgewalt einer „alliierten“ Streitmacht keine 2 Wochen lang standhalten. Einmal ganz davon abgesehen, wie in meinem Artikel bereits angesprochen, dass die herrschenden Mullahs, die momentan noch relativ viel Spaß an ihrem Leben haben, all ihr Hab und Gut, all ihre Macht und ihren Status verlieren würden. Ganz nach dem Sprichwort – „Hunde, die bellen, beißen nicht…“ – ist definitiv nicht davon auszugehen, dass die Schergen des Regimes den Fortbestand ihrer heiligen islamischen Republik, die sie mithilfe jahrzehntelanger Gewaltherrschaft gut genährt haben, aufs Spiel setzen werden.

      Desweiteren ist der Großteil der Iraner und Iranerinnen, weder Anhänger der islamischen Republik und ihren Grundsätzen, noch sind sie amerikafeindlich eingestellt. Ganz im Gegenteil, die meisten haben den westlichen Lebensstil bereits, zumindest in den eigenen vier Wänden, angenommen. Lassen Sie sich bitte nicht von staatlich organisierten Aufnahmen, in denen Israel- und US-Flaggen etc. verbrannt werden, täuschen! Eine durch einen atomaren Gewaltakt, etwa gegen Israel, hervorgerufene Invasion der Westmächte, würde keinesfalls in einem jahrelangen arabisch-islamistisch geprägten Partisanenkampf alla Irak oder Afghanistan münden. Die Iraner und Iranerinnen würden in großen Teilen amerikanischen Truppen eher mit Kusshand „Tür und Tor“ öffnen und ihnen soviel Chelou Kabab zubereiten, dass der Kriegsdienst der Privates paradiesische Dimensionen annehmen dürfte…

      Leider geben Sie, kaho55, den typisch deutschen, „politisch korrekten“ und Nazi-Komplex beladenen Einheitsbrei der unverbesserlichen Springer-Presse und anderen hiesigen, substanzlosen Schmierblättern wieder und tun so, als ob ernsthaft davon auszugehen wäre, dass sich Israel in Gefahr befände. Ich kann nur an meine deutschen Landsleute appellieren, sich breiter und differenzierter zu diesem Thema zu informieren und nicht alles zu glauben, was einem die größtenteils dilettantische und interessengebundene deutsche Medienlandschaft vorzukauen versucht.

      Grüße,
      Iranian German

      • „If one day, the Islamic world is also equipped with weapons like those that Israel possesses now, then the imperialists‘ strategy will reach a standstill because the use of even one nuclear bomb inside Israel will destroy everything. However, it will only harm the Islamic world. It is not irrational to contemplate such an eventuality.“ Rafsandschani
        „Patriotismus ist nur ein anderer Name für Heidentum. Ich sage: Lasst dieses Land [den Iran] ruhig in Rauch und Flammen aufgehen, sofern nur der Islam in der übrigen Welt triumphiert.“ Ajattolah Khomeini
        Das warnende Beispiel Hitlers zeigt, dass man gerade Verrückten jedes Wort glauben muss!

      • Hallo kaho55,

        Es scheint mir, als hätten Sie große Teile meiner Antwort nicht gelesen oder lediglich überflogen.

        Wissen Sie, man wird in der Geschichte immer irgendwelche Zitate von Involvierten finden, die die eine oder andere These bekräftigen oder auch eher in Frage stellen… Sie führen neben dem hirnamputierten Khomeini-Gelaber, ausgerechnet ein (Wikipedia-)Zitat des ehemaligen Präsidenten Rafsandjani an. Dieser Herr ist nicht nur einer der größten Verräter der iranischen Nation und seiner ureigenen Werte, sondern er ist auch der vermögendste Mann im Land. Gerade er wird sich alles andere als eine kriegsähnliche Situation um den Iran wünschen, die letztendlich definitv mit einer Invasion westlicher, weit überlegener Streitmächte enden wird. Gerade Leute wie er werden sich dann rechtfertigen müssen und würden alles verlieren, was ihnen jemals lieb und recht war.

        Ihre “Einstellung” ist leider die typisch deutsche… Sie reden vom Holocaust, von Hitler und der ständigen Gefahr für Israel. Nur vergessen Sie eindeutig die entsprechenden Ausgangssituationen. Hitler hatte nicht nur einen (grausamen) Plan, sondern auch eine blühende (Kriegs-)Industrie, exzellente technische Vorraussetzungen und das damalig effektivste Militär Europas inklusive modernster Luftwaffe. Der Iran dagegen, fängt gerade gemütlich an, Uran anzureichern (auf 20%…) und erklärt sich mal eben ganz geschmeidig in großkotzig islamistischer Art zur Atommacht. Das ist mehr oder weniger lächerlich. Selbst dem eigenen Volk versuchte man erst kürzlich wieder zu verkaufen, welch großartige militärische Errungenschaften einem doch zur Verfügung stehen. Bei dieser Gelegenheit wurde (betont medienwirksam) Diktator Khameini auf einem “Zerstörer” empfangen, der im Vergleich zu einem beispielsweise amerikanischen Kriegsschiff wie ein Beiboot wirkt und schon zu Zeiten des Shahs im Einsatz war.

        Im Übrigen müssen Sie wissen, dass ein Achmadinedjad nicht als Vetreter des iranischen Volkes, sondern als größte Beleidigung dieses Landes gewertet werden muss. Er ist der medienpräsenteste Handlanger des Teheraner Verbrecherregimes und seine “Macht” beschränkt sich lediglich darin, graue Windjacken zu tragen und hin und wieder geistige Blähungen des Regimes zu präsentieren. Mehr hat er nicht zu melden und diese Tatsache wird sich auch nie ändern, bis die islamische Republik fällt und dann werden weder Atombomben zu fürchten noch Militärschläge nötig sein, um dieses Land “auf Kurs” zu bringen. Das iranische Volk selbst wird in Zukunft entscheiden, welche Belange ihm wichtig sind, und zwar dann, wenn sich die Würmer bereits an die Kadaver der Schergen machen…

        Grüße,
        Iranian German

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