Journalistischer Lichtblick von Ines Zöttl

Bei aller (berechtigten) Kritik, die auch ich in letzter Zeit an der deutschen Presse geübt habe, muss man genauso erwähnen, dass es auch immer mal wieder Ausnahmen zu geben scheint.

Ines Zöttl schrieb in der Financial Times zum Thema Iran einen Artikel, der sich gewaschen hat. Ob Atomfrage oder innenpolitische Thematik, sie trifft mit jedem Wort den richtigen Ton und versteht es dabei, den Leser auch an Ihren Ideen teilhaben zu lassen. Ihre konstruktiven Ansätze zeigen in brauchbarer Manier, dass außenpolitischer Druck in Kombination mit geheimdienstlichen Sabotage-Aktionen gegen das Teheraner Regime keine fiktiven Illusionen bleiben müssen.

Ein Auszug aus ihrem Artikel vom 24.02.2010:

[…]“Obama, Merkel, die EU, sie sollten die Präsidentschaftswahl vom Juni für ungültig erklären. Der Westen muss sich offen zum Ziel der Demonstranten bekennen. Er muss an die Häftlinge in den Gefängnissen erinnern, die Folterer benennen. Der Punkt, wo dies die grüne Protestbewegung hätte diskreditieren können, liegt längst hinter uns. Kein Iraner lässt sich mehr einreden, ausländische Mächte steckten hinter den Demonstrationen. Worte sind nicht wirkungslos. Der Dalai Lama bezieht seine Stärke aus der weltweiten Solidarität. 

Und dann setzen sich am besten die Geheimdienste zusammen und schnüren ihre Hilfspakete. Auch wenn bislang wenig Verbindungen bestehen, muss es Wege geben, Menschenrechtsgruppen technisch, beraterisch und finanziell zu helfen. Ideen sind willkommen. Die “New York Times” berichtete über eine einfache Software, die Zensoren austrickst. Machen wir sie zum Massenexportgut in den Iran.

Vor 31 Jahren haben die Iraner den Schah verjagt. Helfen wir mit, die Mullahs loszuwerden.”[…]

Ich ziehe den Hut vor Ines Zöttl, deren Beispiel an seriösem und mutigem Journalismus in sämtlichen Gazetten Deutschlands Schule machen sollte, was nicht nur zur Folge haben könnte, dass der bundesdeutsche Durchschnittsbürger besser informiert wäre. Auch der Druck auf die heimische Politik würde sich drastisch erhöhen. Das Thema Iran darf nicht mehr mit der schlichten Atomfrage abgetan werden. Die freie Welt ist verpflichtet, primär die unterdrückten Iranerinnen und Iraner im Blick zu haben und sich ihrer menschlichen Verantwortung zu stellen.

 

Kompletter Bericht:

Die dritte Option” ( Ines Zöttl / Financial Times Deutschland )

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