Deutsche Iran-Geschäfte über Dubai

Nachdem Großunternehmen wie Siemens und die Münchner Rück sich (endlich) spektakulär aus dem Iran-Geschäft zurückgezogen hatten, kamen nun weitere, bestehende Handelswege deutscher, vor allem mittelständischer Unternehmen ans Tageslicht.

Wie Welt online berichtet, laufen diese Geschäfte selten über den normalen Weg direkt in den Iran, gerade nach den neusten Ankündigungen des Westens, weitere Sanktionen und Wirtschaftsembargos anzusetzen. Der „Umweg“ über Dubai scheint ein probates Mittel zu sein, diese Drohungen elegant zu umgehen und trotzdem attraktive Umsätze zu erzielen.

Diese Handhabung, quasi durch die „Hintertür“, sickerte vor kurzem aus dem Protokoll einer in Dubai stattgefundenen Sitzung der Deutsch-Emiratischen Handelskammer, die vom deutschen Wirtschaftsministerium nicht nur logistisch gefördert wird, durch.

Seit einigen Jahren nutzen die Mullahs diese aufblühende arabische Metropole, um vor allem genau die Güter zu importieren, die ihnen durch Wirtschaftsembargos auf direktem Weg verwehrt bleiben würden. Die Vereinten Arabischen Emirate zu denen Dubai gehört, waren im letzten Jahr, der größte Exporteur für Waren, die im Iran landen, noch vor Deutschland und China…unglaublich, aber wahr.

Alleine die 800 in Dubai registrierten deutschen Firmen verfügen jedenfalls über genügend Filialen vor Ort, um den sprunghaften Anstieg der deutschen Exporte der letzten Zeit in die Emirate zu bewältigen.

Wie peinlich und beschämend ist es eigentlich zu bewerten, dass, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel ausdrücklich versprochen hatte, „alles daranzusetzen, dass die Handelswege“ deutscher Firmen „nicht über Umwege doch wieder in den Iran führen„, nun durchsickert, dass die Deutsch-Emiratische Handelskammer genau solche Geschäfte vermitteln wollte, als wäre nichts gewesen?

Einmal ganz davon abgesehen, dass die internationalen Sanktionen (leider) nicht wegen der massiven Verletzungen elementarer Menschenrechte im Iran verhängt werden und wurden, sondern wegen Zweifel am atomaren Aufrüstungsprogramm der Mullahs, bleibt die berechtigte Frage, warum die Verantwortlichen dieser Firmen hier in Deutschland nach all den frei verfügbaren Informationen über die repressiven Verhältnisse im Iran, die gerade in den vergangenen Monaten erhältlich waren und immer noch sind, keine humanistischen Konsequenzen ziehen und ihre Exportlieferungen einstellen. Warum ist der Profit auch in Zeiten der lückenlosen Aufklärung neuer Medien wichtiger als das geflossene Blut unzähliger Iranerinnen und Iraner…?!

Was uns bleibt, ist weiterhin soviele Firmen wie möglich öffentlich zu entblößen, die in einer freien Welt existierend, der unfreien Welt aus purer Gier dabei helfen, die herrschende Unterdrückung weiter voranzutreiben.

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Quelle:

Handel über Dubai – Heimliche Geschäfte deutscher Firmen mit Iran  

(Welt online, 06.03.2010)

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2 Gedanken zu „Deutsche Iran-Geschäfte über Dubai

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