Nachtrag: IR-Bankett im „Bayerischen Hof“

Wie bereits am Donnerstag berichtet, mussten sich die Offiziellen des iranischen Konsulats nach der Absage des Hilton Hotels in München eine neue Location für ihr Festbankett suchen. Die Wahl fiel auf ein wahres „Luxus-Hotel“…

Auf die unzähligen Protestmails unserer unermüdlichen Mitstreiter antwortete die Presse-abteilung des Hotels „Bayerischer Hof“ mit einer lapidaren Standard-Mail, die außer unqualifizierten Plattitüden der politischen Korrektheit keinerlei Anzeichen von Einsicht oder gar Absichten bezüglich einer Stornierung der geplanten Feierlichkeiten enthielt. Stattdessen verwies man auf die hauseigene „politische Neutralität“ und dem (angeblichen) Titel der Veranstaltung „Zusammentreffen der in Deutschland lebenden Iraner„. Unglaublich…

Daraufhin wandte sich ein werter Mitstreiter der iranischen Freiheitsbewegung mit einem sehr energischen Schreiben, u.a. mit dem Hinweis auf die Absage des Hilton, als Antwort auf diese Ausflüchte nochmals an die Administration des Hotels und appellierte an die Solidarität und Menschlichkeit der Verantwortlichen. Diese Mail muss wohl derart „eingeschlagen“ haben, dass eine führende Mitarbeiterin des Hauses, die auch die Absenderin der „Einheits-Mails“ war, postwendend mit folgender Antwort reagierte:

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„Sehr geehrter Herr …,

herzlichen Dank für Ihre Antwort!! Sie haben absolut Recht! Offen gesagt stellt sich die Tatsache wie folgt dar: Leider hat eine mehr als naive Mitarbeiterin unseres Hauses die Veranstaltung in Kenntnis der erfolgten Absage durch das Hilton-Hotel ohne Rücksprache mit ihrer Vorgesetzten rechtsverbindlich angenommen. Leider habe ich erst gestern hiervon Kenntnis erlangt. Nach eingehender Überprüfung unserer Anwälte ergibt sich leider keinerlei Spielraum für eine Kündigung des Vertrags eben aufgrund der Kenntnis des Vertragschließenden. Ich persönlich bin mehr als verärgert über die Situation und bedauere sie zutiefst. Wir werden daraus für die Zukunft lernen!
  
Mit besten Grüßen, …“ 
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Ob diese (auf den ersten Blick relativ plausibel klingende) Erklärung nun der Wahrheit entspricht oder nicht, sei einmal dahin gestellt. Jedenfalls steht dieses Statement natürlich ganz klar im absoluten Gegensatz zur ersten, allgemeinen Verlautbarung, die eher Neutralität und ignorante Zurückhaltung vermittelt. Unser fleißiger Schreiber bat daraufhin (diplomatischer Weise) diese Vertreterin des Hauses, dann doch wenigstens öffentlich Stellung zu beziehen, das unsinnige „Missgeschick“ zu erklären, sich klar zum unterdrückten iranischen Volk zu bekennen und somit (auch für das Unternehmen selbst) zu retten, was noch zu retten ist. Denn selbst, wenn sich die Ereignisse so zugetragen haben, dann wäre es wohl das Mindeste, zu versuchen, für klare Verhältnisse zu sorgen. Dieser Schriftverkehr fand (vor ca. 24 Sunden) am späten Freitag Nachmittag statt. Seitdem ist keine Reaktion erfolgt, weder öffentlich, noch auf dem genannten Kanal.

Fazit: Entweder war der beschriebene Verlauf der Dinge nur ein erfundener Besänftigungsversuch bezüglich des unermüdlichen Nachhakens unseres Mitstreiters und man kalkuliert Proteste selbstverständlicher Weise ein oder man hat sprichwörtlich die Hosen voll, klar Stellung zu beziehen und den Fehler eigenständig puplik zu machen.

Wie auch immer, nun reagieren wir…

 

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5 Gedanken zu „Nachtrag: IR-Bankett im „Bayerischen Hof“

  1. Die brauchen den Vertrag doch gar nicht zu kündigen. Die schreiben an den Veranstalter, dass der Vertrag versehentlich geschlossen wurde und bitten um Stornierung des Vertrages. Sollte der Veranstalter der Stornierung nicht zustimmen, werden alle Einnahmen aus der Veranstaltung an die IDF gespendet. mit einer Presserklärung „Botschaft der IRI finanziert die israelische Armee“ Ob die da wohl freiwillig vom Vertrag zurücktreten?

  2. Nun ist es soweit. Entgegen aller Bitten, Aufforderungen etc. hat der „Bayrische Hof“ lieber auf Stur geschaltet mit der Attitüde:
    Sorry für die Menschenrechtsverletzungen, aber the business must go on.
    Nun haben sie ihr „business“ und dazu noch etwas frei Haus:
    Miese Publicity nun auch in den Medien.

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    Wütender Protest zum Neujahrsfest

    Sie schreien ihre Wut hinaus: „Nieder mit der Islamischen Republik!“, „Demokratie für den Iran!“; auf den T-Shirts und Transparenten steht „Stoppt Hinrichtungen im Iran“ und „Wir fordern Pressefreiheit“. Etwa 80 Exil-Iraner – die Polizei spricht später von 45 – haben sich am Freitagabend am Promenadeplatz versammelt, schräg gegenüber des Bayerischen Hofs – „wir wären gern näher dran“, sagt eine Teilnehmerin, „aber das hat die Polizei verboten.“ Das Hotel ist deutlich stärker gesichert als sonst. An diesem Abend hat das iranische Konsulat zum Empfang geladen, um das persische Neujahrsfest zu feiern. „Wir wollen deutlich machen: In München ist kein Platz dafür“, sagt die Demonstrantin.

    weiter:

    http://www.sueddeutsche.de/I56382/3259768/Wuetender-Protest-zum-Neujahrsfest.html

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