„Bayerischer Hof“ will Gewinn spenden!

Wie bereits in den letzten Wochen mehrfach berichtet, beabsichtigte das iranische Generalkonsulat nach der Absage des Hilton Hotels in München sich im „Bayerischen Hof“ bewirten zu lassen. Dort fand das Festbankett dann letztendlich auch statt, allerdings nicht ohne Protest. Es fand nicht nur eine Demonstration vor dem Hotelkomplex in der Münchner City statt…

Nachdem man durch hartnäckiges Nachhaken als Reaktion auf die erste Standard-Antwort eine zweite, persönliche Antwort erwirken konnte, ließen unsere fleißigen Mitstreiter abermals nicht locker und wiesen darauf hin, dass die Verantwortlichen des Hotels den Gewinn der Veranstaltung problemlos spenden könnten, um noch halbwegs anständig aus der Sache herauszukommen, gleichzeitig klar Stellung zu beziehen und sich auf die Seite des iranischen Volkes zu stellen.

Erfreulicher Weise ging die Administration des Hotels promt darauf ein und bewilligte nicht nur den Vorschlag, sondern kündigte bei dieser Gelegenheit auch an, die entsprechende Summe an eine internationale Menschenrechtsorganisation zu spenden. Das ist mehr, als man sich anfangs zu erträumen gewagt hat und eine große Belohnung für all den Einsatz der aktiven Schreiber.

Sehr geehrte…,

herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort und die Informationen! Gerne möchte ich Sie informieren, daß mein Entschluß, die Überschüsse der Veranstaltung gemeinnützig zu spenden, schon vor der Veranstaltung feststand. Frau Khanide / Penplan Consulting hat mir entsprechende Organisationen empfohlen und ich habe mich dazu entschlossen, die Summe der International Federation For Human Rights zukommen zu lassen.
 
Mit besten Grüßen
Innegrit Volkhardt

Es ist nicht nur bemerkenswert, wie fair und selbstkritisch das Unternehmen auf unseren Protest und die erwähnten Vorschläge reagiert hat, sondern wie gut die Koordination der Protestler in den letzten Tagen und Wochen funktioniert hat.

Wir sind eben nicht dazu verdammt, passiv vor dem Screen zu sitzen und auf bessere Zeiten warten. Wir alle haben die Möglichkeiten, uns zu informieren, zu recherchieren und unsere Stimme zu erheben. Dem hartnäckigen und entschlossenen Widerstand ist es zu verdanken, dass sich ein Unternehmen dieser Größenordnung korrigiert und sagt:

„NEIN zu Geschäften mit Vertretern der islamischen Republik!“

An dieser Stelle ist es an der Zeit, allen Mitstreitern zu danken, die sich tage- und wochenlang unermüdlich und akribisch bei dieser Aktion eingebracht haben!

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Quelle:

Entwicklungen zur Feier im “Bayerischen Hof” ( Shir o Xorshid )

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5 Gedanken zu „„Bayerischer Hof“ will Gewinn spenden!

  1. Es gab mal ein ähnliches Vorgehen eines Hotels in Bezug auf eine Tagung von Neonazis … Es ist also nicht ausgeschlossen, daß man ähnliches nochmal erreichen kann …

  2. Da hat sich dieses Hotel nochmal gut aus der Affäre gezogen. Hätte es den Gewinn nicht gespendet, wäre sein Ruf wohl total ruiniert gewesen. Aus diesem Grund hatte es wohl kaum eine Alternative. Trotzdem habe ich natürlich Achtung vor der hartnäckigen Arbeit der protestierenden Schreiber.

  3. @kaho55: Dass der Ruf des Hotels ruiniert gewesen wäre, halte ich nun doch für etwas übertrieben. Einen Aufschrei in der internationalen Medienwelt habe ich wegen der Veranstaltung jedenfalls nicht vernommen.

    Was auch immer in diesem Fall hinter den Kulissen passiert ist – entscheidend ist doch, dass das Hotel gezwungen wurde, Stellung zu beziehen, und dass Frau Volkhardt in einer eher untypischen Weise reagiert hat. Ich hätte erwartet, dass das Ganze einfach ignoriert und unter den Teppich gekehrt wird. Hier geht es offenbar nicht nur darum, dass die Kasse stimmt. Das kann man ruhig auch mal honorieren, indem man es einfach gut findet.

    • Ich sehe das ganz ähnlich, Julia.

      Entscheidend war der massive, unaufhörliche Druck der Protestler und die sachlichen sowie informativen Mails, die die Hotelleitung reihenweise erhalten hat. Wie sich der „Bayerische Hof“ daraufhin verhalten hat, sollte Schule machen, denn jeder darf Fehler begehen, aus Unwissenheit, genauso wie aus Ignoranz. Aber man muss die Größe haben, zumindest zu versuchen, diese Fehler wieder annähernd gutzumachen.

      Mit dieser Spende hat man einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht und das werden die Iranerinnen und Iraner gerade hier in Deutschland registrieren.

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