Karroubi entblößt sich ins Abseits

Nicht, dass wir diesen Mann und die anderen Herrschaften seiner „reformierenden“ Zunft jemals für vertrauenswürdig gehalten hätten, aber nach dem aussagekräftigen Interview mit dem Spiegel, das gestern veröffentlicht wurde, werden hoffentlich selbst leichtgläubige Beobachter, besonders hier im deutschsprachigen Raum, weitere Aufklärung erfahren haben…

Wie bereits im Februar berichtet, versuchen Opportunisten wie Mehdi Karroubi und Mir Hossein Moussavi seit fast einem Jahr die iranische Freiheitsbewegung zu nutzen, um sich nicht nur selbst ungefragt davorzuspannen, sondern mittel- und langfristig ein größeres Stück vom Macht- und Geldkuchen im Iran abzubekommen. Schließlich hat man als alte Mitstreiter an der Seite Khomeinis in vorderster Front unerbittlich für eine Revolution gekämpft, deren „Ideale“ man heute noch preist. Dieser Kampf verbindet Islamisten-Brüder wie Karroubi und Moussavi bis zum heutigen Tage mit der daraus entstandenen islamischen Republik, die dem iranischen Volk nur Mord, Folter, Vergewaltigung, Armut und Verfolgung gebracht hat.

Der „Schüler Khomeinis“ gibt dem Spiegel-Redakteur (einmal mehr, aber klarer als jemals zuvor) zu Protokoll, dass er und sein Verbrecherkollege keinesfalls vom System der islamischen Republik abrücken wollen, denn in der „Verfassung“ des Iran wären ja schließlich Demokratie und Meinungsfreiheit festgeschrieben. Man müsse nur wieder zu diesen Punkten zurückgelangen. Da stellt sich die berechtigte Frage: War man jemals dort, wo man wieder hingelangen will…? Nein! Denn in einem islamischen System kann es niemals wirklich demokratische Verhältnisse in Verbindung mit allgemeingültigen und unveräußerlichen Menschenrechten geben, denn dies schließt sich bereits per Definition aus.

In einer überaus treffenden Analyse des Iran Baham Blogs wird zudem sehr schön beschrieben, wie verlogen die Behauptung Karroubis bezüglich der aufgestellten Wachen in seiner Nähe ist… Die größte Schweinerei ist jedoch seine verräterische These über Mord, Folter und Vergewaltigung. Während solche Verbrechen unter dem Shah „systematisch“ und von „Experten“ durchgeführt worden seien, bezeichnet er die Greueltaten der islamischen Republik als „Verfehlungen Einzelner“, die ohne Wissen der Führung passiert sein sollen.

Die Äußerungen Karroubis sind nicht weiter überraschend, sondern nur ein weiterer Beweis dafür, wie sehr diese hinterhältigen Gestalten mit dem Freiheitswillen des Volkes spielen. Einmal von der größtenteils jämmerlichen Presse und den uninformierten Bürgern hierzulande abgesehen, gibt es selbst unter Exil-Iranern, die sich jederzeit frei und unzensiert informieren können, Meinungen, die eine gehobene Position Moussavis oder Karroubis durchaus (immer noch) unterstützen würden. Bei diesem Gedanken klappen sich einem die Zehennägel hoch… Sämtlichen Reformern und Mitgründern der islamischen Republik ist nicht zu trauen. Sie sind fest installierte Zutaten in der Machtsuppe der Mullahs. Sie haben keinerlei Interesse an einem freien Iran und wollen von allgegenwärtigen, klaren Rufen der Massen nach Abschaffung der islamischen Republik nichts gehört haben.

Möglicherweise hat dieses Interview eine Art heilende Wirkung. Vielleicht können einige Taube wieder hören und einige Blinde wieder sehen…

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Berichte und Infos zum Thema:

Irans Reformer Karrubi – „Geht hinaus, seid tapfer“  (Spiegel online, 28.04.2010)

Der verräterische Reformer  (Iran Baham Blog)

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