1.Mai wird zur militarisierten Zone

Die für den gestrigen Arbeitertag angekündigten Proteste in den Städten Irans hielten sich weitestgehend in Grenzen und wurden größtenteils sogar im Keim erstickt. Das installierte Sicherheitsaufgebot des Regimes erinnerte, zumindest nach Aussagen von Passanten und Beobachtern, vor allem in der Hauptstadt an eine militarisierte Zone.

Wie schon am 22 Bahman akribisch erprobt, schafften die Schergen der islamischen Republik es abermals, durch Stationierung von zehntausenden Schlägern in den Großstädten, die iranische Bevölkerung einzuschüchtern und die organisierten Demonstrationen vielerorts wie kleinere Kundgebungen aussehen zu lassen.

Trotz all dem fanden Demonstrationen statt, wie z.B. vor der Universität Teherans, wo zahlreiche Studenten gegen das Regime protestierten. Zudem gab es Protestversammlungen in den Städten Tabriz, Isfahan und Shiraz. Es gab einige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Basij-Milizen.

Dass all diese Kundgebungen, Versammlungen, Streiks und vereinzelten Proteste noch keinen Umsturz des Regimes erwirken konnten, war nicht nur von vorne herein klar, sondern am gestrigen Tage so auch nicht beabsichtigt. Die Menschen im Iran waren sich schon in den Tagen und Wochen vor dem Arbeitertag im Klaren, dass die Regierung alles tun würde, um größere Tumulte zu verhindern. Man wurde schlussendlich nicht nur durch das hohe Aufgebot der Polizei und der Milizen, sondern auch von den Drohungen zahlreicher Arbeitgeber eingeschüchtert, die ihren Angestellten im ganzen Land mit Kündigungen und Lohnkürzungen gedroht haben, sollten sie sich auf Demonstrationen zeigen oder gar in Streik treten.

Unter diesen Gesichtspunkten war es sogar mehr als klug, sich zurückzuhalten und die Straßen weitestgehend den regimetreuen Handlangern zu überlassen, denn die Gefahr für die Menschen wäre an diesem Samstag deutlich zu groß gewesen.

Bleibt abzuwarten, ob sich der verbrecherische Machtapparat der Mullah-Landschaft Irans auch so gekonnt gegen die Massendemonstrationen zum Jahrestag der gefälschten Wahlen von letztem Jahr und dem darauf folgenden Todestag von Neda am 20. Juni wehren kann, denn in diesen Tagen (und Wochen) werden sicherlich nicht so viele Iranerinnen und Iraner den Gang auf die Straßen des Landes scheuen. Das steht bereits fest.

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„Nieder mit dem Diktator!“

„Nieder mit Khamenei!“

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Berichte und Infos zum 1.Mai im Iran:

Teheran wappnet sich gegen den Tag der Arbeit  (Julias Blog)

Berichte vom 1. Mai aus Iran  (Julias Blog)

May Day Demonstration Videos (Videosammlung / Persian2English)

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