Das Regime mordet weiter

Das vergangene Wochenende im Iran wurde mit ELF (offiziell verlautbarten) Hinrichtungen zum bislang Schwärzesten in diesem Jahr. Nachdem am Samstag in Karaj sechs Menschen wegen angeblichem Drogenbesitzes hingerichtet worden sind, starben am Sonntag fünf iranische Kurden am Strang des Evin-Gefängnisses in Teheran.

Den fünf Personen – Farzad Kamangar, Shirin Alam Hooli, Farzad Vakili, Ali Heydarian und Mehdi Eslamian – wurden „Bombenanschläge“, „Verbindungen zu terroristischen Gruppen“ und „Feindschaft/Krieg gegen Allah“ vorgeworfen. Einer von ihnen, der junge Lehrer Farzad Kamangar, wurde nach Angaben seines Anwalts „ohne auch nur einen vorgetragenen Beweis“ zum Tode verurteilt.

Unterdessen gibt es in aller Welt, aber auch im Iran heftige Proteste und Demonstrationen gegen die Hinrichtungen. So wurde gestern der Eingangsbereich der iranischen Botschaft in London von Aktivisten verwüstet. Auch vor der Teheraner Universität soll eine Demonstration stattfinden.

Ob diese Kurden nun, wie vielerorts vermutet, allesamt einer separatistischen Gruppe angehörten oder nicht, spielt hier genauso wenig ein Rolle, wie der vermeintliche Drogenkonsum der Hingerichteten vom Samstag. Es ist sogar denkbar, dass alle elf ermordeten Iranerinnen und Iraner Aktivisten (in welcher Art auch immer) gegen das Verbrecherregime und die „Begründungen“ für die Vorwürfe ein Vorwand waren, um sie zu beseitigen. Die barbarische Todesstrafe ist und bleibt eine brutale Missachtung der Menschenrechte, die im Iran inzwischen zu Abschreckungszwecken absolut inflationär angewandt wird.

Das islamische Regime versucht gerade in diesen Zeiten damit zu erreichen, auch mit einem Fingerzeig in Richtung der drohenden Proteste zum Jahrestag der Wahlfälschung von letztem Jahr, den Freiheitsdrang des iranischen Volkes einzudämmen und weiter zu unterdrücken. Jedoch scheint es so, als würden die Iranerinnen und Iraner auch im Inland den faulen Braten riechen. 

Der Schuss könnte für die Machthaber schon sehr bald endgültig nach hinten losgehen. Nicht nur aufgrund der aktuellen Proteste gegen die Hinrichtungen wirkt das Volk mehr als sensibilisiert und wachsam. Möglicherweise wird der persische Löwe in diesen Tagen und Wochen auch deshalb wieder zu alter Stärke zurückfinden.

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Demo gegen iranische Hinrichtungen in London

Übersetzte Berichte zum Thema auf Julias Blog:

„Fünf heimlich hingerichtet, 27 andere warten auf den Galgen“

Iran lässt fünf Menschen hängen, darunter einen Lehrer

Iran: Sechs Menschen wegen Drogenbesitzes hingerichtet

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