Sensibilisierung der Medien in Zeiten der WM

Die Vorbereitungen auf den Jahrestag der Proteste am kommenden Samstag (22 Khordad) und die damit zusammenhängenden Aktionen der iranischen Freiheitsbewegung laufen bereits auf Hochtouren…

Während laut Twitter-Meldungen mehrere hunderttausend paramilitärische Kräfte (Basijis und sonstige Söldner) vor allem in der Hauptstadt zusammengezogen werden und die üblichen Drohungen an das tapfere Volk erfolgt sind, lässt sich die Freiheitsbewegung nicht beirren und startet einen Protestaufruf nach dem anderen. Noch nie war das Internet so voll mit Videos, Flyern, Blogartikeln und Twitter-Feeds zum Thema Iran, die unmissverständlich vermelden:

„Wir werden da sein und einen weiteren Schritt in Richtung Freiheit machen!“

Trotz den von Seiten des Regimes geplanten Info-Blockaden, dem riesigen Aufgebot von Sicherheitskräften und all den Drohungen bei Ungehorsam, rückt ein großes Ereignis der wahrscheinlichen Behinderung unserer Arbeit, das eigentlich Freude verbreiten sollte, auf die Liste der beachtenswerten Probleme, die während der Proteste entstehen könnten. Gemeint ist die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, die gerade hier in Deutschland im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen wird. Deshalb ist diesmal noch mehr Arbeit nötig als bei all den anderen Gelegenheiten zuvor. 

Hiermit sind alle Mitstreiter der Freiheitsbewegung, vor allem hierzulande, nochmals aufgerufen, unermüdlich in die Tasten zu hauen, zum Hörer zu greifen und die Presse, in welchem Ausmaß auch immer, bezüglich der kommenden Proteste am Wochenende zu sensibilisieren. Hierbei wäre es sinnvoll, die Medien nicht nur über die angekündigten Proteste der Freiheitsbewegung im Iran zu informieren, sondern auch Aufklärung bezüglich der Ablenkungsmanöver der Mullahs zu betreiben.

Zudem sollte mit Presseschreiben nicht erst bis zum Wochenende, wenn das Turnier bereits läuft, gewartet werden. Es wäre geschickt, die erste Welle der Informationen bezüglich der geplanten Aktionen im Iran bereits ab dem morgigen Mittwoch zu starten, um die Agenturen schon einige Tage zuvor darauf vorzubereiten, dass es außer Fußball auch noch andere Dinge gibt, die für viele Menschen von großer Bedeutung sind.

Wir müssen uns wirklich ins Zeug legen und alles tun, um den tapferen Iranerinnen und Iranern auf den Straßen Irans Gehör zu verschaffen. Diese Chance ist von historischem Ausmaß und könnte bei konsequenter Beteiligung aller Mitglieder der Bewegung zukunftsweisend genutzt werden.

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Ein Gedanke zu „Sensibilisierung der Medien in Zeiten der WM

  1. Hier eine aktualisierte Version des Muster-Presseschreibens:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am kommenden Samstag, den 12. Juni 2010 wird es im Iran zum 1. Jahrestag der Wahlfälschung des Regimes und der darauf folgenden blutigen Niederschlagung der Proteste gegen die dortige Regierung erneut Proteste geben. Die geplanten Demonstrationen, Streiks und Boykotte, die innerhalb der nächsten Wochen geplant sind, werden die bisherigen Aktionen der iranischen Freiheitsbewegung bei weitem übertreffen.

    Seit Wochen kursieren unzählige Flyer, Bilder, Blog-Artikel, Twitter-Feeds und Videos im Internet, in denen eindringlich zu einer neuen, massiven Protestwelle aufgerufen wird. Durch die verbrecherische Politik mit den speziell seit letztem Jahr häufig durchgeführten Inhaftierungen, Folterungen und Hinrichtungen von Gegnern des herrschenden Mullah-Regimes wurde große Teile der iranischen Bevölkerung weder eingeschüchtert, noch konnte der Freiheitswillen der gepeinigten Iranerinnen und Iraner vor Ort und auf der ganzen Welt erstickt werden. Es geht hier keinesfalls um Reformen des aktuellen Systems. Die meisten Iranerinnen und Iraner wollen einen kompletten Umsturz des Regimes und wünschen sich eine wahrhaftig demokratische Staatsform, in der Säkularität, Gerechtigkeit und Freiheit herrschen.

    Ich bitte Sie und fordere Sie auf, in den nächsten Tagen und Wochen so differenziert, authentisch und umfangreich wie nur möglich von den Ereignissen und Aktionen vor Ort und auf der ganze Welt zu berichten, um so zu helfen, weitere Massenvergewaltigungen, Folterungen und Morde dieses unmenschlichen Machtapparates zu stoppen. Die Weltpresse sollte sich in diesen Zeiten zur Aufgabe machen, die ablenkende und vorgeschobene Atompolitik der islamischen Republik samt den neuerlichen Ablenkungsmanövern hinsichtlich des geplanten Geleitschutzes der Revolutionsgarden für den Hilfskonvoi in Richtung Gaza außen vor zu lassen und sich auf die Wiederherstellung der Menschenrechte in diesem Land zu konzentrieren. Sämtliche (vor allem digitale) Medien könnten das so dringend nötige Sprachrohr der geschundenen Iranerinnen und Iraner sein und ihnen dabei helfen, diese historische Chance für einen Neubeginn ohne Angst und Terror zu ergreifen, denn je mehr Menschen weltweit wahrheitsgetreu über die Situation im Iran informiert sind, desto größer wird auch der internationale Druck auf das Regime.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und dafür dass Sie diese Zeilen überhaupt gelesen haben.

    In Hoffnung auf Ihre tatkräftige Mithilfe verbleibe ich

    mit freundlichen Grüßen,

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