Der Einfluss des islamischen Regimes auf die deutschen Medien

Gastbeitrag von Jahanshah Rashidian

Im Hinblick auf die demokratischen und weltlichen Massendemonstrationen im Iran, ewarten wir von den deutschen Medien eine Berichterstattung, die die derzeitigen Verhältnisse und Geschehnisse neutral darstellen. Im Gegensatz zu dem Bild, das deutsche Medien verbreiten, sind die jetzigen Proteste keine pro islamische Reformen – wie von den Reformisten Mussavi und Karrubi gefordert – sondern richten sich gegen das gesamte islamische Regime.

Die Situation für die Bevölkerung im Iran, insbesondere die extrem radikal gewordenen Verletzungen der Menschenrechte und die aktuellen täglichen Hinrichtungen, haben ein Stadium erreicht, welche von allen demokratischen Regierungen eine klare Stellungnahme verlangt. Dies gilt in erster Linie für Mitglieder in demokratischen Parteien und für Reporter, die für Medien Berichte veröffentlichen, da diese Personengruppen das Stimmungsbild eines Landes wiederspiegeln und damit einen großen Einfluss auf das Meinungsbild im eigenem Land ausüben. 

Die Verantwortung der genannten Personengruppen liegt vorrangig darin, sich einen unabhängigen auf demokratischen Grundsätzen beruhenden neutralen Überblick zu verschaffen und diesen zu verbreiten. Leider muss immer wieder festgestellt werden, dass falsche Berater als Meinungsgeber herangezogen werden. Dazu gehören unter anderem folgende Beispiele:

  • Am 10.07.2010 hat das ZDF den Leiter der iranischen Rundfunk- und Fernsehanstalt und den Intendanten, General Zarghami zu einem Besuch eingeladen und mit ihm mehrere Sendungen im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Weiterhin wurde eine Kooperation zwischen beiden Anstalten vereinbart. Damit ist klar, dass die Nachrichten über die Situation im Iran nicht mehr unabhängig und neutral sind, denn diese staatlichen Sender verbreiten nur Meldungen im Sinne des derzeitigen Regimes. Das ZDF fördert damit den Erhalt des derzeitigen islamischen Systems.
  • Am 14.02.2010 erschien in der TAZ ein Artikel mit der Überschrift „Keine Parolen auf den Straßen Irans“ von Bahman Niroumand. In diesem Artikel werden die Proteste der iranischen Opposition relativiert und die von der iranischen Regierung eingesetzten Beamten als nicht gewalttätig dargestellt.
  • Eine solche Berichterstattung ist irreführend weil sie nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Bahman Niroumand ist Iranexperte der Bundesregierung und hat damit einen maßgeblichen Anteil an der Meinungsbildung der Politiker und an das was in den Medien veröffentlicht wird. Die iranische Opposition hat diesen Artikel scharf verurteilt.
  • Die Deutsche Welle, die BBC und der US-Auslandssender Voice of America verbreiten Nachrichten und Analysen, deren Quellen Mitarbeiter des islamischen Regimes oder der heutigen islamischen Opposition sind. Das derartige Veröffentlichungen voreingenommen sind, dürfte jedem klar sein. Von einer unabhängigen, neutralen Berichterstattung kann hier nicht mehr die Rede sein.

Die Vorgenannten Beispiele zeigen, dass der Einfluss des iranischen Regimes auf Politiker und Medien sehr groß ist. Dazu gehört auch, dass sich weibliche Politiker beim Besuch im Iran der dortigen Kleiderordnung (islamisch verschleiert) für Frauen anpassen (s. Claudia Roth, Bündnis90/Grüne).

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3 Gedanken zu „Der Einfluss des islamischen Regimes auf die deutschen Medien

  1. Vielen Dank an Jahanshah Rashidian für diese vorzügliche Zusammenfassung der hiesigen Medienproblematik, die einmal mehr zeigt, dass wir weiter in der Pflicht stehen, die so bitter nötige Aufklärung voranzutreiben, um zumindest ansatzweise die schwerwiegenden Versäumnisse der interessengebundenen Medienlandschaft abzufedern.

    Es ist eine wahre Schande, dass sich immer wieder unzählige, mutige Iranerinnen und Iraner bei Demonstrationen der blanken Todesgefahr aussetzen, aber der überwiegende Anteil der Presse innerhalb der freien Welt es nicht vermag, ihnen eine wohlverdiente Stimme zu geben.

  2. man muß wohl an hohe ZDF ….x-leute denken, die enge
    beziehungen zum xislam haben – denn diese eigenartige (d.h.
    wohldurchdachte verfälschte ) berichterstattung läßt keine anderen
    rückschlüsse mehr zu – verfälschungen der information sind BEWUSST
    und ZIELGERICHTET, – quod erat demonstrandum, was zu beweisen war.
    danke für diese wichtigen hintergrundinformationen. das bild hat
    sich schon länger „gerundet“ – allerdings nur für mitmenschen, die
    die möglichkeit haben, sich im internet und bei wahren iranern
    informieren zu können. funk on und danke!

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