Ein Sieg für die Orks

Vom Kuschelklima zur Drohung

So schnell kann es gehen. Vor genau einem Monat sollte der liebe Tangsir noch so bleiben, wie er ist und heute droht man ihm öffentlich aus gleicher Richtung, dass man ihn „erbarmungslos derart zerquetschen“ wird. 

Zunächst ein kleiner Exkurs in die Welt der Kuriositäten: Wenn man dem Link folgt, wird man feststellen, dass es (unter anderem) an genau dieser Stelle mit Rechtschreibung und Satzbau nicht sehr weit her ist. Es ist sonst nicht meine Art, meine Schlaumeier-Angel im Fehlersumpf anderer Blogger auszuwerfen, um semantische und grammatikalische Fehler ans Ufer der Erkenntnis zu ziehen und diese explizit in einem meiner Beiträge offenzulegen. Allerdings scheint mir das an dieser Stelle erforderlich, denn im oben verlinkten Kommentar der Blogkollegin von Ardašir Pârse prangert selbige genau ein solches Defizit an und macht sich deshalb sogar über Tangsir lustig.

Der geneigte Leser wird sich nun fragen, wie ich dazu komme, ein solches (auf den ersten Blick nebensächliches) Detail zu thematisieren, denn Fehler machen wir schließlich alle. Ganz recht. Und zwar bei so ziemlich allem, was wir tun. Allerdings sollte man dann eben die Klöten dazu an den Tag legen, die erforderlich sind, um solche Fehler zuzugeben, anstatt in offensiver Art mutmaßliche Fehlverhalten anderer zu kriminalisieren, während man selbst weit davon entfernt ist, eine weiße Weste zu tragen. Dies ist auch hier der Fall und als Schablone für unzählige weitere Anfeindungen aus Richtung P&P zu verstehen.

Man wirft Tangsir einerseits Radikalismus und Gossensprache vor und tauft jedoch einen der eigenen Beiträge, der abermals Tangsir verunglimpfen soll, „Mit Schwanz im Arsch über Geopolitik diskutiert„. Des Weiteren hält man Tangsir vor, er hätte hochgeheime Inhalte privater Gespräche an die Öffentlichkeit weitergegeben und verrät gleichzeitig aller Welt mehrmals den (angeblichen) bürgerlichen Vornamen Tangsirs, was ihn definitiv in Gefahr bringen kann. Spätestens hier hört der „Spaß“ auf.

Man hält ausgerechnet Tangsir angebliche Kritikunfähigkeit vor und vergisst dabei, dass er als einer der wenigen immer wieder seine eigenen Verfehlungen in Blogposts und Kommentaren offengelegt hat und dabei teilweise schwer mit sich selbst ins Gericht gegangen ist. Man selbst bezeichnet Italiener als „Spaghettifresser“ und wirft Tangsir extremistisch rassistisches Verhalten vor, obwohl selbiger immer wieder in unzähligen Beiträgen vor blindem Rassismus gewarnt hat und Kommentatoren deshalb sogar seiner Seiten verwiesen hat. Eben genau der angeprangerte Beitrag zu Golshifteh Farahani zeigt doch klar, dass er, obwohl er sich der Wurzeln dieser Dame bewusst ist, nicht in hasserfüllten und rassistischen Rastern denkt, sondern gerne bereit ist, von null zu bewerten, zumindest dann, wenn es dafür gute Gründe gibt. Ich frage mich, wer hier die Kritik (bis heute) nicht vertragen hat.

Widmen wir uns nochmals dem Screenshot des Silvester-Kommentars von Ardašir Pârse, der sich angenehm liest und durchaus suggeriert, dass der Autor dieser Zeilen einen guten Draht zu seinem Bloggerkollegen zu pflegen scheint. Wie kann es also sein, dass man nach (der zugegeben öffentlichen aber fundierten) Kritik am administrativen Verhalten auf dem Blog von P&P denselben Tangsir mit Adolf Hitler (ja, richtig gelesen!!!) in einen Sack wirft und derart haarsträubende sowie beleidigende Vergleiche zieht, wo man doch kurz zuvor noch wollte, dass er so bleibt wie er ist? Logik? Fehlanzeige.

Vor vier Wochen hat man sich noch als Freund Tangsirs verstanden, heute dagegen ist man angeblich froh, dass man nicht mehr unter „Tangsirismus leiden muss„. Spätestens an dieser Stelle fängt es an, lächerlich zu werden. Wenn man wahrhaftig unter jemandem leidet, kommt man wohl kaum auf die Idee, selbigen dazu aufzufordern, so zu bleiben, wie er ist. Logik? Fehlanzeige.

Dies impliziert natürlich auch, dass Tangsir eine Art Wunderwesen zu sein scheint. Er hat wohl die legendäre Fähigkeit, sich innerhalb von 2 Wochen ratzfatz in einen ganz plötzlich unausstehlichen zweiten Adolf Hitler zu verwandeln, der nur Hass und Blödsinn produziert, seinem Land schadet, „dumm“ ist, nie wirklich etwas geleistet hat und einfach nur im Unrecht ist. Ja, das kann der gute Tangsir. Einfach so. Ganz schnell. Quasi, so mal eben nebenbei. Logik? Fehlanzeige.

Fies und unverschämt sind auch zahlreiche Vorwürfe in Tangsirs Richtung, dass sein Blog quasi der letzte Rotz wäre, hätte Ardašir Pârse nicht Gastbeiträge geliefert. Ich selbst habe jene Beiträge von ihm (damals noch als „AmirKabir“) genau wie andere Gastbeiträge mehr als genossen und sie sogar hier empfohlen, aber diese Einschätzung ist – mit Verlaub – Bullshit. Tangsir hat schon mit riesiger Reichweite erfolgreich, selbständig und aufklärerisch gebloggt, als gewisse Herrschaften noch in einschlägigen Foren unterwegs waren…

Wahrscheinlich werden diese Herrschaften, sobald sie von diesem kritikvollen Eintrag erfahren, einmal mehr die Messer wetzen und (in eher mohammedanischer Art) drohen. Sie werden versuchen, an dieser oder anderen Stellen, die Fakten zu verdrehen und sie sich so hinzubiegen, wie es ihnen passt, denn anscheinend gibt es kein Zurück mehr. Man hat sich bereits derart verrannt und verbissen, dass man auch vor den niederträchtigsten Aktionen nicht zurückschreckt.

Ich frage mich bei all den Vorwürfen und Unterstellungen an die Adresse Tangsirs ernsthaft, wo man sich selbst im Vorteil sieht. Die obige Aufzählung von Beispielen, die allesamt den bitteren Nachgeschmack von Doppelmoral hinterlassen, könnte nahezu endlos so fortgesetzt werden. Dabei spielt es im Grunde fast schon überhaupt keine Rolle mehr, wer mit was angefangen hat, wer wen zuerst provoziert oder sonst etwas getan hat. Alleine die Tatsache, dass man anderen Verfehlungen vorwirft, die man selbst am Stück und in teilweise heftigem Ausmaß praktiziert, disqualifiziert den eigenen Anspruch auf Ausübung kritischer Analysen. Souveränes, ehrliches und abgeklärtes Handeln, welches deutlich klarstellt, das man gegenüber dem frisch ernannten Feind in irgendeiner Art und Weise Oberwasser hat, sieht (völlig) anders aus.

Zum Thema Amnestie für antisemitische Kommentatoren: Wie würde man wohl reagieren, wenn – und nun ziehen wir einmal ganz dreist den schon bemühten und überzogenen Nazivergleich heran – sich der gute Adolf nach dem Krieg ins Ausland abgesetzt hätte und Anstalten machen würde, dort irgendwo anzubandeln? Würde man dann sagen: „Ja, komm rein! Du bist ja schließlich als Adolf hier und nicht als Oberbefehlshaber der Wehrmacht und der SS. Solange Du hier keine bösen Sachen machst, werden wir gerne Deinen Anus pudern.“ oder wäre man da vielleicht doch anders drauf…!? Hm.

Was will man Tangsir, außer, dass er sich herausgenommen hat, öffentlich (in einem Kommentar weit unter einem regulären Beitrag) Kritik daran zu üben, dass Leute, die in der Vergangenheit mehrmals klar durch antisemitische Äußerungen aufgefallen sind, auf P&P mit offenen Armen empfangen werden, vorwerfen? Dass er zu emotional ist? Dass er ab und an einen hinterhältigen Kommentator als doofen Tork bezeichnet? Dass er radikal ist, was den Islam und das Türkentum angeht? All das tun die moralisch so korrekten Herrschaften auf P&P genauso. Sind sie deshalb nun wirklich rassistisch? Sollten wir deshalb ihre bürgerlichen Namen in aller Öffentlichkeit verraten? Sollten wir sie mit einem Diktator gleichsetzen, der einen Weltkrieg angezettelt und millionenfach antisemitische Säuberungen vorgenommen hat? Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit? Es herrscht kein Maß und kein Ziel und deshalb ist man eben selbst nicht besser als die eigenen Vorwürfe. Leider.

Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich über dieses Trauerspiel wirklich bloggen soll, aber ich denke, es gibt viele Stamm-Leser des Verbunds, die sich möglichweise für eine Einschätzung interessieren, die etwas weiter von außen kommt. Eine Einschätzung, die gereift ist in den letzten Wochen, ohne mich von einer der beiden Seiten per Zuflüstern von persönlichen Standpunkten beeinflussen zu lassen. Mich überrascht jedoch am Ende nicht, dass ich nun genau da stehe, wo ich immer stand.

Tangsir ist ohne jeden Zweifel ein großartiger und mutiger Kämpfer für Aufklärung und ein ehrenwerter Iraner. Er hat weite Strecken der letzten Jahre hauptsächlich damit verbracht, sich dem Counterjihad und dem Aufdecken verbrecherischer Taten gegenüber seinem Heimatland zu widmen. Von solchen Leistungen diesbezüglich können andere nur träumen. Er hat ungleich viel geopfert, viel investiert und auf sehr Vieles verzichtet, um den Verbund patriotischer Iraner in der hiesigen Bloggerlandschaft wirkungsvoll zu etablieren. Er tat mehr als wir alle zusammen. Ich finde, er hat, was immer man ihm aus welcher Richtung auch immer vorwerfen möchte, ein gewisses Maß an Respekt verdient. Ich weiß das und Ihr wisst das auch.

Es wird zu diesem Beitrag keinen Kommentarbereich geben und ich bin auch nicht dazu verpflichtet. Es herrscht an anderer Stelle schon genügend Schmutz und Unrat. Hier wird es keinen mehr geben. Ich habe keine Ahnung, wie viele Leser dieses Beitrags den annähernd kompletten Werdegang dieser Auseinandersetzung überhaupt mitbekommen haben und ich weiß ebenso wenig, wieviele von Ihnen Lust darauf haben, sich mit der niederträchtig anmutenden Denunzierung eines der verdientesten Blogger der deutschsprachigen Counterjihad-Szene zu beschäftigen, aber eines steht fest: An dieser Stelle tragen die Orks den Sieg davon.

[Update:]

Wie mir gerade zugetragen wurde, bekräftigen die ersten Reaktionen seitens P&P die Maßnahme, hier auf einen Kommentarbereich zu verzichten. Im Kommentarbereich Ihres Blögchens werde nun auch ich, weil ich es wie Tangsir tatsächlich gewagt habe, zu kritisieren, beschimpft. Es wird keines meiner Argumente aufgegriffen. Es gibt keinen Schritt in Richtung Wahrheit und es herrscht keinerlei Schuldeingeständnis seitens der moralisch korrekten Herrschaften, die das Bloggen anscheinend erfunden haben.

Stattdessen lügt man sich etwas zusammen, verlinkt auf nicht zum Gesabberten passende Blogposts und hat keinerlei Skrupel, wieder einmal genau DAS zu praktizieren, was man selbst anderen am laufenden Band unterstellt, wobei man ja ständig nach jeder zweiten Anschuldigung beteuert, dass Tangsir & Co zwar nicht so wichtig wären… Und ja, die Orks lachen immer noch.

Mit keiner Silbe habe ich in diesen Beitrag jemals behauptet, dass AmirKabir auf einmal nichts mehr könne. Und auch heute noch halte ihn für einen fähigen Autoren. Stattdessen habe ich sogar explizit erwähnt, dass ich seine Beiträge genossen und hier empfohlen habe. Sowas aber auch. Und als rechthaberischen „Beweis“ für seine argumentative Ohnmacht verlinkt Captain Future dann auch noch ausgerechnet einen Beitrag von mir, der genau DAS belegt. Schönen guten Tach, auch? Clown gefrühstückt? Ich lach‘ mich schlapp. Wie kann man sich selbst dreister als argumentationslos entlarven? Völlig daneben und äußerst schwach zugleich, Herrschaften. Nur, weil jemand punktuell Kritik übt, heißt das dann wohl (zumindest ab sofort) auch, dass man gleichzeitig glaubt, dass die kritisierte Person „nichts mehr kann“. Aha. Logik? Fehlanzeige.

Ach und Herrschaften. „Halbkartoffel“? Ist ja süß, mir so liebevolle Kosenamen zu verpassen. Aber das ist ebenso falsch und schlecht recherchiert! Vielmehr hätte man wissen können, dass hier „Ganzkartoffel“ viel besser passt, wenn ihr schon herablassende Titulierungen von Bloggerkollegen vorzieht und die Argumentation dabei völlig außen vor lasst. Ja genau, ich bin Deutscher und habe jahrelang meine Rübe für hinterhältige Lügner wie Euch hingehalten, habe meine Zeit und meine Energie in die Waagschale geworfen, um über die Missstände in Eurem Heimatland zu informieren. Und zwar weit, bevor Ihr überhaupt wusstet, das WordPress keine walisische Kommunaldruckerei ist.

Ich lasse Euch Eure dreisten Lügen, die Ihr zu Eurer dürftigen Selbstbeweihräucherung benutzt, nicht durchgehen. Heilige Scheiße, Ihr habt’s wirklich verschissen. Und ja, der Leser, der fähig ist, hier zu differenzieren, wird entscheiden, wo hier Recht und Unrecht zum Tragen kommt. Ich muss jedoch zugeben, dass es für das ungeübte Auge inzwischen sehr schwierig geworden ist, solche Hinterhältigkeiten zu erkennen und zu verstehen. Ihr macht das schon ziemlich gut… Freut Euch aber nicht zu früh.

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